Mein Name ist Christian (25). (Jedenfalls laut Geburtsurkunde) Aber der Alltag nennt mich kurz und knapp einfach Gerni. Von Anfang an – und bis auf ein halbes Jahr in Berlin Anfang der 90iger – verbringe ich meinen Lebensabend im beschaulichen Halle an der Saale.

Gelernt habe ich Bürokaufmann, was absolut nicht meinem Traumberuf, dafür aber der realitätsnahen Philosophie: “Hauptsache ‘nen Facharbeiter in der Tasche” entspricht. Nach der Ausbildung wollten die von der Reichswehr>Wehrmacht>NVA>Bundeswehr mir den Marsch blasen > soll heißen T3 trotz schlechtester Augen, Wirbelsäule und “von der Armee differenzierten und offengelegten alternen Lebensansichten”. Welcome to your Zivi! Gibt schlimmeres, außerdem hätten die im Gesundheitssektor nach eigenen Angaben die Arschkarte ohne die Zivis und FSJ’ler. Also keine Ursache!

Und nach dem Zivi? Bürohengst in Halle? Wohl kaum! (Jedenfalls nicht im klassischen Sinne) Großraumbürocallcenterhengst in Halle? Jawoll! Halles Wandel: soweit wie möglich weg von eigenständiger produzierender Industrie hin zum Dienstleistungssektor! Arbeitslos? “Hier bitte sehr, einmal A4 mit ganz vielen Sklaventreibern, ähh, Call Centern drauf. Einmal abtelefonieren, da findet sich schon jemand dem wir Ihre Schulung bezahlen und der Sie später nach nichterreichen der angestrebten Ziele/Zeiten/Zahlen wieder vor die Tür setzt – gesetzt dem Fall, dass Sie es so lange aushalten!” Drei Call Center habe ich mitgemacht und tatsächlich war das Call Center mit Firmensitz in USA am besten imstande die Matrix für mich gelungen nachzubilden. Was heißen soll, dass ich mich dort am besten aufgehoben und am angemessensten bezahlt gefühlt habe. Und das war auch schon die etws längere Kurzfassung meiner beruflichen Karriere.

Kurz über lang traf auf alle Jobs, sprich Ausbildung, Zivi, Call Center, das gleiche Szenario für mich zu. Ich fühlte mich Fehl am Platz, unterfordert, überfordert, versklavt, sah mich zu oft mit Dilletantischen Vorgesetzten konfrontiert und hatte immer das Gefühl, dass die höheren Stellen im Regelfall von denen (mit denen) besetzt werden, welche einfach nur funktionieren, maschinengleich, die sich nicht kritisch äußern, immer systemtreu agieren und auf Kurs bleiben. Bei jeder beruflichen Tätigkeit war ich unglücklich, ja krank. Wenn das Credo Qualität statt Quantität im Dienstleistungssektor im Sinne der Wirtschaftlichkeit nicht greift und zur negativen Bewertung derjenigen führt, die nach diesem Credo arbeiten, fragt man sich ob etwas falsch läuft? Werde ich in den Massenmedien nicht andauernd damit konfrontiert, dass die quantitativ hohe aber qualitativ niedere Flut von Gütern aus Fernost die westlichen Volkswirtschaften zerstört? Weshalb passen sich unsere Geschäftstreibenden – natürlich nicht alle – dann dieser Gesetzmäßigkeit des Minimalprinzips so vehement an?

Jedenfalls mach das alles mal deinem Sachbearbeiter/deiner Sachbearbeiterin beim Amt, pardon der Arbeitsagentur klar (habs erst gar nicht versucht), welche ja bekanntermaßen auch (wie oben schon beschrieben) sehr gut funktionieren! (Naja, bis auf das 10-Fingerschreiben … ich habe diese Referenz noch nie bei einer im Amt angstellten Bürofachkraft bestaunen dürfen … komisch nur, wo doch in gerade dieser Behörde eine exzellente Personalauswahl statt zu finden hätte … achja, habe ich vergessen: Referenz No. 1: funktionieren > mit proprietärem Betriebssystem im Jehirn, versteht sich …) Wie kann man denn mit einem Job unglücklich sein heutzutage? Wo doch das höchste Gut, der Lebensinhalt, ja die Religion des Menschen eben die Ausübung einer Tätigkeit (um jeden Preis und für jegliche Menschenunwürdige Entlohnung) ist.
Das Streben nach dem großen Glück! “Familie?/Freizeit?/Selbstverwirklichung?” Denkste! Das Streben nach Arbeit, für alle, Arbeit für jeden und um jeden Preis, mit einer Prise Freizeit nach Feierabend. Vorschlag: Wiederabschaffung aller Maschinen, die uns ja offensichtlich die Arbeit wegnehmen und unsere Gehälter entwerten!?! (So wie es in der Vergangenheit verstärkt unseren ausländischen Mitbürgern vorgeworfen wurde.)
So ziemlich jeder von uns weiß, dass die Welt ohne Arbeit nicht funktioniert. Jeder von uns sollte aber auch wissen, dass es nicht das Maß der Dinge sein kann, jeden Menschen auf der Erde mehr als die Hälfte seines Lebens zur Arbeit zu zwingen. Dies stellt genau so eine Utopie dar, wie das komplett arbeitsfreie Leben. Es gibt keine Vollbeschäftigung für jeden! Was wäre das Ergebnis? Krasseste Überproduktion meets keine Kaufkraft. Arbeit für jeden, um jeden Preis, gabs in der DDR, finden heute aber auch nicht alle gut. Dennoch ist das Ziel 0,00 Arbeitslose landesweit. (weltweit) In der Schule wird uns gelehrt, man solle das Lernen und Arbeiten was einem Spaß macht. Später heißt es dann aus jeder anderen Ecke wiederum: “Was ist das wichtigste bei der Arbeit?” “Falsch, nicht, dass sie uns Spaß macht und wir darin aufgehen, sondern, dass wir Geld verdienen.” (Anm.: Und überhaupt irgend ‘nen beschissenen Job finden) (In diesem Beispiel die Äußerung eines Psychotherapeuten) … Ich vertraue jedenfalls darauf, dass die Wissenschaft, Politik, sowie die Wirtschaft nicht bei der Erkenntnis stehen bleibt, dass Arbeit für Alles und für Jeden das höchste Ziel der Menschheit darstellt, sondern die Technisierung eben für die Entlastung und Befreiung der Menschheit genutzt wird um die kreative, freie, sowie selbstbestimmte Verwirklichung der Menschen voranzutreiben und zu bewerkstelligen.

Egal wie arbeitsfaul und geistesabwesend dieser Text auch für manch eine/n klingen mag. Ich stehe dazu und mache hier von meinem (noch halbwegs in Deutschland vorhandenen) Recht auf freie Meinungsäußerung gebrauch.

Täglich bangen unzählige Menschen um ihre Existenz in Abhängigkeit von einem ekelhaften Geldsystem. Das Geld verdrängt die Famile immer weiter. Wir haben Angst zu verhungern ohne die vorhandene Möglichkeit selbst auf die Jagd zu gehen und uns selbst etwas essbares erlegen zu dürfen. (Klar klingt das komisch …) Depressive Zeiten, die Angst vor Schulden, die unumgehbar sind um den kleinen mittelständischen Traum leben zu und erschuften zu dürfen.

Ich würde mich nebenher noch als unpolitisch politisch bezeichnen. Oder doch eher als politisch unpolitisch? Ab wann ist man eigentlich politisch? Ich weiß es nicht, jedenfalls schwinge ich solche Reden (noch) nicht in der Öffentlichkeit. ;)

Wie dem auch sei, zur besseren Durchsicht meiner hier diffus zusammengeklebten Gedanken verweise ich euch gerne auf die Videos > Dokus/Aufklärung – Sektion. Dort könnt ihr euch die Gehirnwäsche Videos anschauen, mit denen ich mich bestrahlt habe. Wobei ich es wichtig finde zu äußern, dass ich schon vor dem Konsum dieser Videos in diesen Gedankenbahnen agiert habe.
Wie Ihr vielleicht schon bemerkt habt, neige ich sehr stark dazu aus- und abzuschweifen. Ich bitte euch daher um euer Verständnis und bedanke mich bei euch. Ihr seid sehr nett zu mir, Ihr ertragt mich. :)

Meine Interessen:

  • Computer / Netzwerke / Games
  • Open Source / Linux
  • Literatur
  • Musik hören und machen
  • Schlagzeug malträtieren
  • Dokus / Filme

Ich werde versuchen meinen Interessenpool so gut es geht auf dieser Seite zu kanalisieren und hoffe das sich für die eine oder den anderen etwas interessantes dabei findet.

Beste Grüße

Gerni

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