Ich spiele gerade mal wieder Warsow, ein Multiplayer First-Person-Shooter. Korrigiere, wir sind ja in Deutschland, ein “Ego-Shooter” oder noch deutscher ein “Killerspiel”. Ich habe mich gefragt, ob und ab welchem Alter, ich dieses Spiel auch Kindern empfehlen darf ohne, dass jemand empört aufschreit: “Herr Gott! Sie sind ein Killerspiele-Dealer!”

Was sagt google zu “Warsow Altersbeschränkung”?
Erster Treffer: Gleich ein lustiger Thread aus dem Forum der Deutschen Warsow Community
Titel: Warsow’s Altersbeschränkung?
dort heißt es: uA.
“Warsow ist Open Source und nicht von der USK geratet, also quasi ab 0 Jahren weil unbekannt”
“aber selbst wenn….würde sich keiner dran halten wie bei allen anderen spielen, siehe cs wenn da kleine 9 jährige kinder einen anflamen
” (Anm.: TRUE!)
“also ich hätte das spiel indiziert. die leichen hinterlassen fleischteile und es spritzt blut :\ ” (Anm.: Mag sein, jedoch ist soetwas bei Filmen und im täglichen Fernsehen gang und gebe. Oder liege ich da so falsch?)
Der Thread wurde noch ein mal geöffnet, da Warsow auf der Seite Spieleradar.de mit USK 16 ausgewiesen wurde.
Ein Boarduser schreibt:
“Da steht USK. Das heißt, dass die USK dieses Spiel geprüft hat und dem Spiel eine Altersfreigabe vergeben hat. Das geschieht allerdings normalerweise nur bei komerziellen Spielen.”
Interessant, kommerzielle Spiele stehen also eher im Fokus der Bewertung durch solche Gremien?! und kommerzielle Spiele genießen diese Aufmerksamkeit nicht, weil …? Warum eigentlich. Stimmt ja, die Hersteller/Produzenten wenden sich ja an die FSK/USK, für ein Altersranking, nicht umgekehrt.
Aber egal, und überhaupt, führt das kurz über lang zu der Tatsache, dass Werke mit Altersbegrenzungen und Indizierungen niemals im Stande sein werden (können), sich den Kindern und Jugendlichen, welche die Altersgrenze nicht erfüllen, zu entsagen.
Würde ich eine Liste mit Filmen und Computerspielen machen, deren FSK/USK ich bis zum 18. Lebensjahr nicht erfüllt habe, müsste diese recht lang ausfallen und dem geübten Schul-Massaker-Präventionsexperten sollte sofort ins Auge stechen, dass ich die Quote eines potenziellen Amokläufers mit Bravour überflügeln würde. Und da wäre ich wohl nicht der Einzigste. Dazu hörte und höre ich auch noch Metal-Musik. Ganz gefährliche Mischung, könnte da so mancher, keine Ego-Shooter spielende, nicht Metal hörende, Politprofi herausdeuten.
Das Team von Spieleradar.de hat auf die Frage eines anderen Forum-Users folgendes geantwortet:
“Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass es sich dabei höchstwahrscheinlich um einen Fehler handelt.
Nach entsprechender Recherche kam heraus, dass noch keine USK-Einstufung vorliegt.
Morgen wird auf unserer Produktseite dieser Fehler behoben sein.”
Später wird noch ein mal “Da nicht geprüft: FSK 18, soweit ich weiß.” im Forum zitiert. Okay, Warsow ist also FSK 18.
Was heißt Freiwillige Selbstkontrolle ab 18 denn genau jetzt für mich? Das freiwillig impliziert irgendwie, dass man sich selbst entscheiden kann, wobei USK impliziert, das kannst du, komme was wolle, dir nicht anschauen oder spielen.
Die FSK FAQ sagt in Punkt 2. aus:
2. Dürfen Kinder in Begleitung von Erwachsenen Kinofilme mit einer höheren Altersfreigabe ansehen?
Seit dem 01. April 2003 gibt es die Möglichkeit, dass Eltern (nur Personensorgeberechtigte, nicht Erziehungsbeauftragte) mit ihren mindestens 6-jährigen Kindern im Kino Filme sehen dürfen, die mit “Freigegeben ab 12 Jahren” gekennzeichnet sind. In der Praxis kann zum Beispiel ein 10-Jähriger in Begleitung seiner Eltern in den Film “Star Wars” gehen, der erst ab 12 Jahren freigegeben ist. Die Beurteilung, inwiefern 6 – 12-jährige Kinder in ihrer individuellen Entwicklung den entsprechenden Film verstehen und verarbeiten können, wird somit den Eltern überlassen.
Das heißt, je nach dem wie aufgeschlossen oder informiert meine Eltern sind, habe ich die Chance mit frühestens 12 jahren Warsow legal spielen zu dürfen? Natürlich nur im Beisein eines Erziehungsberechtigten. Das ist ja doch schon ganz schön dehnbar, das Ganze. Was es ja sowieso von Natur aus ist. Eltern können ihre Kinder nicht 24 Stunden am Tag kontrollieren. Welches Kind hat darauf schon Lust? Nach wie vor bin ich der Auffassung, man erlebt als Kind, sowie als Erwachsener, viel Gutes, sowie viel Schlechtes, oft beim Brechen von Elterlichen Regeln oder möglicherweise Gesetzen und in beiden Extremen hat das oft etwas lehrendes oder prägendes für das Kind.
Das soll nicht heißen: “Kinder-Freifahrtscheine für USK18 Medien und für’s Mist bauen.” Es soll einfach heißen: Wir machen alle (zwangsläufig) unsere eigenen Erfahrungen, auch mit den neuen und neuartigen Dingen in unserer Zeit und Generation.
Dinge die für ältere Generationen nicht nachvollziehbar sind, als schwachsinnig oder schlecht angesehen werden. Das klingt nicht sehr professionell, aber wie wärs damit: “Es schadet nicht jedem. Warum wird Kindern und Jugendlichen nicht zugetraut, dass diese den Unterschied zwischen Realität und (Interaktivem) (Schau)Spiel selbst erkennen? (Aufklärende Gespräche mit Eltern zum bedachten eigenverantwortlichen Umgang mit (Unterhaltungs)Medien sollen hier ja um Gottes Willen nicht wegfallen.) Was ist mit zB. Gangsterfilmen, oder von mir aus dem täglichem Medienabfall, mit Namen TV-Programm? Hätten diese Filme in der Vergangenheit nicht für reichlich gewalttätige Kriminelle sorgen müssen, wenn es heißt “Je öfter/länger man das spiel spielt – den (gewalttätigen) Streifen anschaut – desto stärker bauen sich Hemmungen und Skrupel ab einen Menschen zu schlagen/töten/eine Waffe abzudrücken, bis keine Hemmungen mehr vorhanden sind. Ich kann nur immer wieder den Vergleich mit Filmen oder (antikem) Theater bringen. Es müssten doch unmenschlich viele potenzielle Amokläufer die durch gewaltbehaftete Theaterstücke, Bücher, Filme oder eben Ego-shooter korrumpiert oder vorbelastet sein und den Erdball seit jeher, bis heute unsicher gemacht haben? Vielleicht war und ist es ja so? Wer weiß das schon.
Wenn ich davon überzeugt wäre, dass die Abschaffung eines Videospiel Genres namens First-Person-Shooter/Ego-Shooter alle Gewalt und Kriege, alles Negative auf der Welt beenden würde, wäre ich Feuer und Flamme für dessen Abschaffung. Nur wäre ich auch einfach nur naiv und blind, da ich glaubte, dass die Lösung so einfach sei…
Das aktuelle TV-Programm, halte ich bedenklicher für Kinder, als die freie Nutzung des Medium Internets, mit all seinen (positiven) Möglichkeiten.
Um mal wieder auf Warsow zurückzukommen, weshalb sieht der Großteil der Menschen, bei Egoshootern nur das was auf dem Bildschirm passiert?
“Die ballern sich gegenseitig über den Haufen, immer und immer wieder und das total schnell!” könnte es heißen.
Ich sehe vieles anders bei einem Egoshooter: Zu erst mal die Klassiker:
- Verbesserung Augen/Hand-Koordination
- Verbesserung der Reaktionsgeschwindigkeit
- Taktisches Denken
- Teamgeist
- Räumliches Denken
- Förderung Kommunikation (TextChat / VoiceChat)
Ein Kernelement bei Warsow zB. ist die Beherrschung des Movements (der Bewegungs(abläufe)). Um diese sauber hinzubekommen, muss man sich schon mal etwas länger hinsetzen und diese Abläufe üben.
Es motiviert auch einfach ungemein besser zu werden, wenn man anderen guten Spielern zuschaut. Bei Warsow bemerkt man es recht gut, wenn man selbst besser wird. Und das spornt wiederum an. Überhaupt steht der Spaß und der sportliche Gedanke bei Warsow an vorderster Stelle. Es geht nicht darum, alleine im Zimmer hockend, den krassesten Realistic-Gore-Splatter-Shooter zu zocken. Sondern es geht einfach nur darum sein Bestes zu geben und Spaß im Team, sowie auch im Alleingang zu haben. Mit den Feinden, welche man schon x-male virtuell getötet hat, im Chat zu plänkeln. Oder aber mit den Feinden von eben, schon wieder in einer ganz anderen Konstellation im Team zusammenzuspielen.
Die extreme Vielfalt von Warsow, gegeben durch die verschiedensten Spielmodi, macht es für mich zu einem Spiel, dass ich wohl in vielen Jahren noch spielen werde. Nicht der Grafik und Effekte wegen – die stehen bei mir nicht an erster Stelle – ,sondern des Spiels wegen. Da dieses Spiel für mich irgendwie meine sportliche Tätigkeit in einem Verein online wiederspiegelt. Nicht vergessen: Schach ist auch Sport!
Die Aussage, dass es schwachsinnig ist, Punkte für das Töten der Gegner zu erhalten, kann sich selbst doch gar nicht halten.
Bei Super Mario, Alex Kid, Sonic The Hedgehog, usw. usf., also kinderfreundlichen Jump and Runs, steht das Töten doch auch an erster Stelle: Feinde (die mich töten wollen, ich habe ja nur x leben) muss ich töten. Ich springe ihnen auf den Kopf oder schieße sie mit Feuerbällen tot. Wird hier nicht auch impliziert: Punkte fürs töten und wenn ich sterbe, kann ich immer wieder von vorne anfangen? was mache ich eigentlich bei Mensch ärgere dich nicht? Ich versuche meine Mitspieler herauszuwerfen, damit diese wieder vorne anfangen müssen. Weshalb? Weil ich gewinnen möchte. Monopoly ist nicht blutig. Monopoly macht spaß, die schöne Welt des Kapitalismus als Spiel. Nur macht eben der Kapitalismus im echten Leben dagegen doch weniger Spaß und er entpuppt sich gerne auch ein mal als blutig.
Was ich damit sagen will: Ego-Shooter/Gewalt in Filmen sind in die Realität gedacht etwas Schreckliches, genauso wie das Verschulden und Bankrottgehen der Mitspieler in Monopoly im echten Leben eine Katastrophe/etwas Schreckliches darstellen würde. Monopoly ist aber einfach ein nettes, familienfreundliches Gesellschafts-Brettspiel, welches die grausame Realität, die eigentlich dahinter steckt, gar nicht aufzeigen kann und will. Was wäre das auch für ein Monopoly?: “Du kannst deine Schulden nicht mehr bezahlen. Du holst dir beim nächsten Gang über Los deine letzten 200 Euro, kaufst dir eine Waffe, schreibst einen abschiedsbrief an deine Familie und beendest das Projekt Familien-Hotelbetrieb. PS: Die Bank behält sich vor, Geld und Wertgegenstände die du an deiner Leiche trägst, in Besitz der Bank, zum Schuldenausgleich, übergehen zu lassen.”
Alles Auslegungssache, nicht wahr?
Die Meisten haben wahrscheinlich schon mitbekommen, dass ich meinen Faden irgendwo am Anfang verloren habe:
Also, darf ich denn jetzt Warsow Kindern empfehlen? Entweder ich empfehle es deren Eltern, solange die Kinder nicht jünger als 12 Jahre alt sind. Oder ich könnte es den Kindern empfehlen, müsste sie aber explizit darauf hinweisen, das Spiel erst mit ihren Eltern zu besprechen. Aber ich glaube in der Zeit, haben die anderen Kinder in der Schulklasse und im Freundeskreis, dem Kind schon x-fach andere Empfehlungen ausgesprochen oder zugemailt, die auch nicht unbedingt für die Augen oder Ohren eines Kindes bestimmt sind. Blöde Eigendynamik aber auch wieder … Das bringt mich wieder zu meiner Da-war-ich-jünger-als-18-FSK/USK-Liste. Eine Liste die man nicht braucht, da sie nur zu Tage fördern würde, dass statistisch gesehen zumindest jeder Zweite einen Knacks weghaben sollte.
Auf dem Warsow Wiki kann man folgendes (In Englisch) lesen:
“The team has sought to create a fun, fast, action-packed game which may be seen as a critique of the many realistic, slow, warfare-orientated First-person-shooters that saturate todays FPS market.”
- Standalone game for Windows, Linux and Mac under General Public License
- eSports oriented FPS
- Gameplay focused on speed, trick jumps and the art of movement
- Complete Power-up system, including exclusive weak and strong fire mode for each gun
- Cartoonish graphics, mixing Cyberpunk / Industrial / SciFi themes
- References: QuakeWorld, Quake 3 CPMA, Jet Set Radio
Gerade die nicht realistische, Cartoonartige Umgebung in Warsow und die hohe Geschwindigkeit sollen hervorheben, dass Es eben nicht um den Realismus des Tötens in diesem Spiel gehen soll, sondern um den Spaß beim Zocken mithilfe der Schnittstelle zum Spaß, Warsow.
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2 Kommentare bis jetzt
also ich halte das spei für usk 12 jahren
Grund :
Unrealstisch,3d grafik bzw half life 1 grafik
das spiel in keinster weise brutal bis darauf das es ein first person shooter is
bzw politisch “killerSpiel”
da man da töten kann sind die todes
simulationen recht lustig gestaltet und es könnte kein kind physischen schaden anrichten oder ähnliches.
Ich und mein freund game tester sind
bewerte ich das spiel ab “12″
MfG
MonsterGamer 10
Hey MonsterGamer10,
danke für deinen Kommentar.
USK12 klingt doch gar nicht mal verkehrt.
Das kommt dem Alter nahe, in dem ich das erste mal mit Spielen, wie Wolfenstein 3D, DOOM, Duke Nukem 3D und Mortal Kombat, konfrontiert wurde. Drei Egoshooter die den Anspruch hatten (irgendwie) realitätsnah zu sein. Mal abgesehen von Monstern, abgespaceten Umgebungen, div. Nazisymbolen und der mit heutigen Standards nicht mehr vergleichbaren Hardware. Und Mortal Kombat, das mit seinen coolen Charakteranimationen auch recht realitätsnah agierte.
Was soll ich sagen? Ich war 12 und wusste, dass sich alles nur innerhalb dieser Elektrokisten (Computer/Konsolen) abspielt. Ich drücke einfach weiter die Daumen, dass der Großteil der Menscheit weiterhin den Unterschied zwischen realitätsnaher Fiktion und der tatsächlichen Realität wahrzunehmen versteht. Und nicht im Umgang mit irgendwelchen computergestützten Militärarsenalen den Unterschied verschwimmen lässt!
btw: wie werde ich gametester? und läuft das ganze auf freiwilligenbasis oder kann man für seine dienste auch entschädigt werden?
grüße
g3rn1
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